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Jahresmarkt
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 Der Elsoffer Markt

  Der Elsoffer Markt verdankt seine Einrichtung der zentralen Bedeutung des Ortes für den Raum der oberen Lasterbach. Diese Mittelpunktfunktion (niederes Gericht, Zehnt Elsoff, Pfarrei) für die Dörfer Oberrod, Mittelhofen und Westernohe übte die Gemeinde schon um 1350 aus und hat sie eigentlich bis zum Übergang zum Herzogtum Nassau (1815) beibehalten.

Ab 1607 gehörte Elsoff zur Grafschaft Hadamar. Als Fürst Alexander 1711 bei einem Reitunfall ums Leben kam, starb die Linie Nassau-Hadamar aus. Es folgte ein jahrzehntelanger Erbfolgestreit, der erst 1743 beendet wurde. Hadamr fiel an die Fürsten von Nassau-Diez, die sich schon seit 1702 "von Oranien" nannten. So wurden die nassauischen Stammlande (Diez, Hadamar, Siegen und Weilburg) wieder vereint. Seit 1743 war Elsoff somit zu Nassau-Oranien gehörig, das in Dillenburg eine gemeinsame Landesverwaltung einrichtete.
Seine Ersterwähnung erfährt der Markt in Elsoff im "Oranien-Nassauischen-Land- und Addreß-Calender 1770". Hier wird unter der Überschrift "Fürstenthum Hadamar" 1767 erstmals der Elsoffer Markt genannt. Wörtlich heißt es: "Elsoff, den 2ten Montag und Dienstag nach Michaelis".
Der Markt war also in den Anfängen auf zwei Tage ausgelegt. Zudem wird deutlich,daß der Markt auch schon früher vor 1767 Bestand hatte.
Eine weitere frühere Erwähnung verdankt der Markt in Elsoff den Streitigkeiten zwischen den rivalisierenden Märkten in Dietkirchen und Steinbach (Kreis Limburg). Die jeweiligen Landesherren versuchten zunächst mit Verboten und Kampfmaßnahmen dem konkurrierenden Handelsplatz zu schaden, schadeten damit aber auch dem jeweils eigenen Markt.
Am 10. September 1773 einigte man sich darauf, die Märkte um 14 Tage auseinanderzurücken. Danach sollte der Elsoffer Markt am dritten Montag nach Michaelis gehalten werden.
Nach 1773 finden dann in Elsoff zwei Märkte statt ( Frühjahrs- und Herbstmarkt). 1777 kehrt man zu einem Markttag zurück. Im Jahre 1817 wird der Elsoffer Markt als einer der Hauptmärkte im nassauischen Amt Rennerod genannt.
Zu Zeiten des Herzogtums Nassau waren diese Märkte stark von Krämern, Bäckern und Wirten besucht. Daneben stand der Viehhandel im Mittelpunkt. So wurden pro Markttag 300 bis 500 Gesundheitsscheine für Vieh ausgestellt.
Das am Elsoffer Markt mehr als nur ver- und gekauft wurde, läßt sich aus den Rechnungsbelegen der Gemeinde erkennen. Für 1858 zahlten die Elsoffer Wirte Peter Krämer und Johann Gotthard je 6 Gulden an Tanzbelustigungsgeld für den Markttag am 18.10.1858.
Nach dem 2. Weltkrieg lebte die Tradition der zwei Märkte pro Jahr nichmals kurz auf. 1950 zählte man beim Herbstmarkt ca 4000 Besucher.
Es ist davon auszugehen, daß der Markt schon immer außerhalb des Dorfes (am Heispel) stattfand. Dies war früher wegen des Viehauftriebes auch gar nicht anders möglich.
Heute findet der Markt immer am Dienstag nach Gallus (16.10.) statt.
Wenn auch das Angebot der ca 120 Händler sich im Laufe der Jahre geändert hat, so hat der Elsoffer Markt nichts von seiner ursprünglichen Bedeutung und Anziehungskraft verloren. Jedes Jahr besuchen den Markt ca 6000 Menschen, die nicht nur aus den angrenzenden Landkreisen kommen, sondern auch von weit her.